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AK gegen bewaffnete Drohnen

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Aktionsideen

 

I. Streetart

Der New Yorker Streetartist-Künstler Essam Attia hat Ende 2012 in seiner Stadt mit einer Aktion von der Art der Kommunikationsguerilla Aufsehen erregt: Er hing professionell gestaltete Fake-Poster der New Yorker Polizei auf (siehe z.B. hier) auf und wollte auf den geplanten Einsatz von Drohnen zur Überwachung der Bevölkerung von New York hinweisen und eine öffentliche Debatte auslösen.

Das hat er immerhin bewirkt, wenngleich die Polizei diese Aktion als ausreichenden Grund dafür gesehen hat, den Künstler einzusperren.

Hier sind zwei Remakes seiner Bilder, allerdings ohne den Schriftzug der New Yorker Polizei:

Remake einer Streetart-Grafik von Essam Attia, New York  

Und hier noch ein kurzer Bericht zur Aktion in deutscher Sprache.

Übrigens:

Dass Herr Attia mit seiner Besorgnis nicht Unrecht hatte, bestätigt ein Bericht vom Januar 2013, wonach der Polizeipräsident sehr wohl Interesse an der Anschaffung von Drohnen hat: „Wir können alles gebrauchen, was unsere Arbeit unterstützt“, sagt er …

Ein anderer New Yorker Künstler hat ebenfalls mit Fake-Schildern so genannte „Vorsicht: Für Drohneneinsätze authorisierte Zone von 8-20 Uhr“ aufgehängt und damit die Debatte angefeuert.

CC-BY-SA wagingnonviolence.org

 

II. Drohnen-Schatten

James Bridle, ein englischer Schriftsteller und Künstler, hat in 2012 auf zwei öffentlichen Plätzen (einmal in London und ein anderes mal in Istanbul) die maßstabsgerechten Umrisse einer Drohne aufgezeichnet und damit diese Thematik in den öffentlichen Raum transportiert.

Bild copyright James Bridle

Diese Idee finden wir spannend! Wir haben daraus zwei Gedanken entwickelt:

1. Virtueller Drohnenschatten

Mittels Photomontage könnte man dein Eindruck des Schattens einer EuroHawk-Drohne über Plätzen des alltäglich Lebens nahebringen zu versuchen.

Beispiel: Drohnenschatten über dem Vorplatz des Hauptbahnhofs in Hannover.

Bildgrundlage von „Losch“, CC-BY-SA, Bearbeitung von Michael Ebeling, CC-BY-SA

2. „Echter“ Drohnenschatten

Wir „bedrohnen“ unsere öffentlichen Plätze mit eine Plastikplane, die im 1:1-Maßstab den Abmessungen einer EuroHawk-Drohne mit 40 m Spannweite entspricht.

Beispiel1: Ostermarsch 2013 auf dem Kröpcke in Hannover

CC-BY-SA Friedensbüro Hannover

Beispiel 2: An einem Freitag-Abend auf dem Raschplatz in Hannover

CC-BY-SA Friedensbüro Hannover

Die Kosten für die Plane liegen im günstigsten Fall bei unter 70 Euro, sofern man den „Drohnenschatten“ dann noch mit schwarzem Klebeband am (dann notwendigerweise trockenen!) Fußboden befestigen will, kommen die Kosten für ca. 150 m Klebeband noch hinzu. (Maßbilder für EuroHawk- und Heron1-Drohne hier und hier.)

 

III. Öffentlich widersprechen!

Code Pink aus den USA führen schon seit Jahren eine Kampagne gegen Drohnen in den USA: Sie haben u.a. eine Antidrohnen-Konferenz in Washington im Mai 2012 und eine Reise zusammen mit Reprieve (UK) nach Pakistan organisiert, um dort mit der Bevölkerung gegen Drohnen-Angriffe zu protestieren. Im Februar 2013 störten sie die Rede von John Brennen vor dem Geheimdienstausschuss des US-Senats. Sie bezeichneten den Berater des US-Präsidenten Obama in Fragen der Terrorismusbekämpfung, der kurz darauf zum Chef der CIA ernannt wurde, als Kriegsverbrecher.

Vier Personen der Berliner Friedenskoordination, MitinitiatorInnen der Kampagne „Keine Kampfdrohnen!“ haben bei der Debatte im Bundestag um die Anschaffung von Kampfdrohnen für die Bundeswehr versucht, auf die Bedeutungsschwere dieser Entscheidung aufmerksam zu machen. Sie betonten mit ihrer Aktion, daß die Entscheidung der Bundesregierung für oder gegen Kampfdrohnen im internationalen Kampf um ihre Ächtung eine hohe Bedeutung zukommt.

Proteste im Bundestag

Obamabesuch und Ramstein

Am 18. und 19. Juni 2013 hat der amerikanische Präsident Barack Obama Deutschland einen Besuch abstatten. Obama hat in seiner Amtszeit den Einsatz bewaffneter Drohnen enorm verstärkt und eine mindestens in Teilen völkerrechtswidrige „Kampfdrohnen-Politik“ etabliert.

Dagegen protestierten auch Menschen aus unseren Kreisen!

Am am 17. Juni 2013 in Berlin lautete das Motto dann: „Yes, we can: Obama die rote Karte zeigen!“ Fotos dazu können hier [1] [2] [3] [4] betrachtet werden.

Auch mit dem in Drohnenkriege verwickelten Ramstein, wo wie seit neuestem erst bekannt, die USA den völkerrechtswidrigen Einsatz von Kampfdrohnen in Afrika und evtl. auch im Nahen Osten steuert und strategisch erst ermöglicht, fand eine bemerkenswerte Aktion statt.

IV. Drohnen besingen und fliegen lassen

Die Hamburger Occupy-Gruppe hat einen schönen Drohnen-Choral bereitgestellt, dessen Notenblatt multifunktional eingesetzt werden kann. Mit diesem Gesang wurde der Bundesverteidigungsminister z.B. schon einmal während einer „Bibelarbeit“ auf dem Kirchentag in Hamburg konfrontiert:

V. Drohnen-Modelle basteln

Die folgenden Bilder von Joachim Fischer aus Bremen zeigen, wie man sich eine kleine, eigene Drohne basteln kann:

Aufruf gegen bewaffnete Drohnen

Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer fordert die Bewaffnung von Drohnen. Mit Drohnen beschreitet die militärische Aufrüstung einen entscheidenden Schritt über die Fernsteuerung in die Automatisierung des Tötens im Krieg und in Richtung autonomer Kriegsführung.
Der Koalitionsvertrag von 2018 sieht eine gesellschaftliche Debatte über die Bewaffnung militärischer Drohnen vor. Diese Debatte über eine ethisch und völkerrechtlich entscheidende Frage findet nicht statt. Sie wird von der Bundesregierung und dem Verteidigungsministerium vermieden. Wir fordern diese gesellschaftliche Auseinandersetzung und wenden uns mit dem folgenden Aufruf an die Öffentlichkeit.

Angriffe und außergerichtliche Tötungen durch bewaffnete Drohnen verwischen die Grenzen zwischen Krieg und Noch-nicht-Krieg. Viele Opfer sind Zivilist*innen. Sie werden auch Opfer einer ständigen Überwachung, was ihre Gesundheit bedroht.
Drohnen ermöglichen Tötungen mit wenig Risiko für die Angreifer; damit senken sie die Schwelle, an der Spannungen in einen Krieg eskalieren.
Die Aufrüstung, Digitalisierung und Automatisierung des Militärs bedeutet eine weiter steigende Kriegsgefahr. Damit bedeutet sie für die Friedensbewegung und die gesamte Gesellschaft eine steigende Verantwortung im Engagement für eine zukunftsfähige globale Gemeinschaft.

Verhindern wir die Bewaffnung der Bundeswehr mit Drohnen!

Keine Fernsteuerung und keine Automatisierung des Tötens und des Krieges!

 

Über uns

Der Arbeitskreis Drohnen wurde 2019 von Aktivist*Innen aus Organisationen, Netzwerken und Kampagnen der deutschen Friedensbewegung gegründet mit dem Ziel, die gesamte Bandbreite zivilgesellschaftlicher Bewegungen zu vernetzen, die sich engagieren gegen

  • Verletzungen grundlegender Menschenrechte durch militärische Drohnen zu Überwachung und bewaffneten Einsätzen

  • Forschung und Entwicklung für autonome Waffensysteme

  • Roboterisierung von Waffensystemen mit künstlicher Intelligenz

  • einen überhöhten Ressourcenverbrauch für militärische Technologien

Der Arbeitskreis möchte aufklärend tätig werden, u.a. durch die Bereitstellung von Infomaterial sowie der Vermittlung von Referent*Innen vor Ort.

Inhaltlich verantwortlich für die Website: Karl-Heinz Peil, Mailadresse: kp[at]frieden-und-zukunft.de. Verantwortliche Stelle im Sinne der Datenschutzgesetze ist: Friedens- und Zukunftswerkstatt e.V., c/o Gewerkschaftshaus Frankfurt, Wilhelm-Leuschner-Straße 69-77, 60329 Frankfurt a.M., eMail: info[at]frieden-und-zukunft.de

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